Nicht immer gewinnt die Bessere
Am letzten Samstag war die OB-Kandidatin Dr. Anja Dietze (38) noch einmal in Herrenberg unterwegs.
Am Vormittag führte sie letzte Gespräche an ihrem Stand vor der Spitalkirche.

Treue Gäste sprachen ihr Mut zu.
Nachmittags besuchte sie die Weihnachtsmärkte in den Teilorten.

Anschließend fieberte sie auf der Tribüne in der Markweghalle mit den Handball-Frauen der SG H2Ku. Sie hatte sich alle letzten Spiele der Frauen angeschaut. Für Thomas Sprißler dagegen steht der Besuch eines Frauenspiels noch aus!!
Anja Dietze blieb auch zum Männerspiel und nutzte die Pause zwischen den Spielen zum Fachsimpeln - sie versteht nämlich einiges vom Handball.
Am Sonntag schlug dann die Stunde der Wahrheit:
Die ersten Hochrechnungen aus Kuppingen bestätigten meine schlimmsten Befürchtungen: 70:30 für Thomas Sprißler.
Am Ende hieß es 65:35.
Für uns gab es keinen Grund mehr, länger auf dem Marktplatz rumzustehen.
Alle Wahlhelfer trafen sich anschließend im Dolce. Dort musste erst einmal das Wahlergebnis diskutiert werden. (Zitat Roy: "Zum Glück waren dort viele Leute, die ihren Kopf nicht nur dazu haben, um Hüte zu tragen" ;-))
So entwickelten sich angeregte Gespräche
Irgendwann ergriff dann Anja Dietze das Wort. Sie bedankte sich gerührt bei allen ihren Helfern und Unterstützern ...

... und bekam viel Applaus für ihre bewegende Rede - und für ihren großen Einsatz.
Es gewinnt eben leider nicht immer DER/DIE Bessere.
Ziel verfehlt
Thomas Sprißler ist mit einer klaren Mehrheit von 64,69% zum Herrenberger Oberbürgermeister gewählt worden.
Dr. Anja Dietze, die von uns unterstützte Kandidatin, erhielt nur 35,13%.
Aber was heißt hier "nur"?
Auswärtige "kundige" Beobachter des Wahlkampfes sprechen von einem großen Achtungserfolg. Immerhin habe Anja Dietze im ersten Wahlgang einen CDU-Kandidaten aus dem Rennen geworfen! Dessen Wähler sind wohl erwartungsgemäß mehrheitlich zu Herrn Sprißler übergewechselt. Auch Herr Rohleder stand Herrn Sprißler politisch näher als Frau Dietze.
Um einer Anja Dietze die Stimme geben zu können, musste man zudem zahlreiche Hürden nehmen:
1. Mitglied in der SPD
(Typische Aussage: "ich habe noch NIE SPD gewählt. Ich halte Frau Dietze für sehr gut, aber es tut mir leid, ich kann einfach keine SPD wählen", etc)
2. Eine Frau
("ich traue ihr nicht zu, dass sie sich als Frau im Herrenberger Rathaus durchsetzen kann - ganz egal, ob sie mehr Substanz hat oder nicht, etc)
3. Zwei kleine Kinder
("was ist, wenn die Kinder krank sind? Eine Frau gehört zu ihren Kindern, nicht ins Rathaus", etc)
4. Konsequenter Neuanfang
("dafür steht ja auch Herr Sprißler, vielleicht nicht ganz so radikal, was auch besser so ist. Ist doch gut, wenn er schon alle kennt! Was ist denn schlecht daran, dass ihn der Knoll, seine Schultes-Kollegen, die Herrenberger Verwaltung, etc. unterstützen?")
... und das alles vor dem Hintergrund, dass Thomas Sprißler ja kein Schlechter ist ...
Nichts desto trotz hat sie 6% gegenüber ihrem letzten Wahlergebnis aufholen können. In der Herrenberger Altstadt kam sie immerhin auf 45,73% (vorher 33,40) im westlichen Stadtgebiet sogar auf 48,64 (35,55) und in Affstätt Süd (Nordumfahrung) fehlten ihr nur 8 Stimmen (48,92/35,64) um den Bezirk zu gewinnen.
Das schlechteste Ergebnis erzielte sie in Mönchberg (76,55% für Sprißler!), Kuppingen Ortsmitte (75,73), Haslach Süd (74,84) und Kayh Ost (74,54)
Die Wählerinitiative "Wir für Anja Dietze" war ganz klar mit dem Ziel angetreten, die Wahlbeteiligung nach oben zu treiben. Doch diese fiel mit 54,43% noch niedriger aus, als beim ersten Wahlgang (55,86)! Vor allem die Wählergruppen zwischen 18 und 40 Jahren scheinen sich seltsamerweise nicht besonders für die Zukunft Herrenbergs zu interessieren.
Vor der Wahl haben wir gesagt, Thomas Sprißler wäre eine gute Wahl, Anja Dietze sei die bessere. Jetzt nach der Wahl können wir sagen:
"Thomas Sprißler ist eine gute Wahl, Anja Dietze wäre die bessere gewesen!"
Heiße Diskussionen in der großen Kreisstadt
Die Unterschiede der zwei Bewerber um den OB-Sessel in Herrenberg treten immer deutlicher zum Vorschein. Und in der Stadt wird inzwischen heftigst diskutiert und polemisiert. Wir stecken mitten in den letzten Zügen eines heißen Wahlkampfes.
Auch die Postkartenaktion sorgt für einigen Wirbel - was ja nicht ganz unbeabsichtigt war. Schließlich hatten wir uns auch das Ziel gesteckt, dass mehr Leute zur Wahl gehen, als beim ersten Wahlgang. Durch die Karten kommen die Menschen in Herrenberg ins Gespräch miteinander - oder in eine heftige Diskussion. So haben z.B. einige Verantwortliche der SG Haslach-Herrenberg-Kuppingen unsere "Teamgeist"-Postkarte mit (angeschnittenem) SG-Logo als SG-Wahlempfehlung missverstanden und das hat dann z.T. seltsame Blüten getrieben ;-)
Je mehr ich über die einzelnen Kandidaten und einige ihrer Wähler erfahre, desto mehr bin ich mir sicher, dass Anja Dietze die bessere Wahl wäre!!!
Anja Dietze werden von unabhängigen Beobachtern ja allgemein wenig Chancen eingeräumt. Diese haben aber wahrscheinlich noch nichts von der außergewöhnlichen Aufbruchstimmung in Herrenberg mitbekommen. Wir hoffen also auf die große Überraschung!
Hausmänner und Rabenmütter (2)
Die zweiten 4 Motive der Serie C:
Hausmänner und Rabenmütter


Wie gesagt, werden sämtliche Postkarten seit Freitag in und um Herrenberg verteilt. Wer sich eine oder mehrere Motive sichern will muss sich sputen, denn auch hier gilt wie so oft:
Nur solange der Vorrat reicht!
Hausmänner und Rabenmütter (1)
Die ersten 4 Motive der Serie C:
Hausmänner und Rabenmütter
Das ist leider ein großes Thema im Wahlkampf. Frau Dietze wurde des öfteren als Rabenmutter beschimpft - meist von Geschlechtsgenossinnen. Außerdem zeigt die Mehrheit der Herrenbergerinnen kein Verständnis dafür, dass man sich als junge Mutter für so ein Amt bewirbt. Dass ihr Mann - im Falle ihrer Wahl - für die Kindererziehung zuständig wäre, wird nicht ernst genommen.



Anja Dietze wählen ist …
DER oder DIE?
Ab heute werden 16 Postkartenmotive in Herrenberg unter die Leute gebracht.
Hier die 4 Motive der Serie A:
DER oder DIE?
¬ Wir. Für Anja Dietze.




Oberbürgermeisterin oder Schultes?
Wer soll bzw. wer wird ins Herrenberger Rathaus einziehen? Diese Frage beschäftigt momentan viele Herrenberger - auch mich.
Noch zwei Kandidaten bewerben sich um das Amt des Oberbürgermeisters oder der Oberbürgermeisterin: Thomas Sprißler und Dr. Anja Dietze.
Letzten Donnerstag wurden Roy, ¬ Heinz Stoll und ich von Anja Dietze eingeladen, gemeinsam mit ihr darüber nachzudenken, wie man die verbleibenden zwei Wochen, bis zur Stichwahl am 2. Dezember, möglichst kreativ nutzen könne.
Seitdem haben wir eine neue Freizeitbeschäftigung: Nachdenken, Besprechen, Organisieren, Koordinieren, Texten, Gestalten, ... ;-)

- Montag: Gründung der Wählerinitiative "Wir. Für Anja Dietze." Puhh!
- Dienstag: Konzipieren einer Postkartenaktion, Texte erabeiten, 16 Motive gestalten, Abstimmen. Blog unter ¬ www.wirwaehlendie.de einrichten. Puhh!
- Mittwoch: Reinzeichnung der Karten, alles in Druck geben. Blog anpassen. Inhalte organisieren. Puhh!
Tja, es gibt Leute, die sich freinehmen, um mal richtig auszuspannen - und wir nehmen uns eben frei, um mal wieder ein paar Nächte durchzuarbeiten ;-)
Demnächst mehr über die einzelnen Aktionen
Am 2. Dezember kommt es zu einer Stichwahl
Das gesamte Wochenende über hatten wir ein richtiges Mistwetter in Herrenberg.

Trotzdem wurde am Samstag noch überall eifrig über die Bürgermeisterwahl diskutiert: Und dies nicht nur in den Cafés und Kneipen - sondern auch auf den Straßen und rund um den Marktplatz.

Am Sonntagabend, nach der Wahl, veranstaltete dann der Herrenberger Seniorenrat eine Wahlparty vor dem Rathaus. Um 18 Uhr schüttete es in Strömen. Trotzdem fanden sich etliche interessierte Bürger auf dem Marktplatz ein. Die meisten blieben jedoch nur kurz und machten schnell wieder Platz für Neuankömmlinge.

Neben dem Eingang zum Rathaus wurden auf einer Leinwand die eintreffenden Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke eingeblendet und hochgerechnet.
Schnell stand fest, Herr Sprißler hatte mit ca. 43,3% ein überraschend gutes Ergebnis erzielen können. In den Teilorten hatte er zum Teil sogar über 50% der Stimmen bekommen - in der Kernstadt sah es nicht ganz so gut für ihn aus.
Bei Frau Dr. Dietze war es gerade umgekehrt, sie konnte eher in der Kernstadt punkten, erhielt insgesamt aber leider nur ca. 29,3% aller Stimmen. (Kommentar Roy: "solange Frauen so wählen, brauchen wir Männer uns keine Sorgen zu machen ;-)" )
Herr Bauer und Herr Roleder erhielten beide nur enttäuschende 14 bzw. 13% der Wählerstimmen.
Die Wahlbeteiligung lag bei knapp 56%. In Anbetracht des immensen Bürger-Interesses an der OB-Wahl im Vorfeld, hatte man gestern eigentlich mit deutlichlich mehr Beteiligung gerechnet.

Nach Bekanntgabe des offiziellen Endergebnisses bedankte sich ein gutgelaunter Herr Sprißler überschwänglich bei allen Bürgerinnen und Bürger. Natürlich wird er sich für den zweiten Wahlgang am 2. Dezember bewerben.
Auch die anderen drei Kandidaten wurden aufgerufen, etwas zum Ausgang der Wahl zu sagen. Leider griff keine/r mehr zum Mikrofon. Schade, ich hätte noch gerne ein Statement von Frau Dr. Dietze gehört. Aber vielleicht hatte die sich ja bereits in wärmere Gefilde zurückgezogen. Es war ja wirklich ein Mistwetter!
Konsequenter Neuanfang erwünscht?
Letzten Samstag fand zum zweiten Mal eine Kandidatenvorstellung zur OB-Wahl in der Herrenberger Stadthalle statt. Ich ging hin, weil ich mir noch nicht ganz sicher war, wen ich nun gerne als Bürgermeister bzw. Bürgermeisterin hätte.
Inhaltlich waren, wie erwartet, keine großen Unterschiede festzustellen: Alle vier Kandidaten betonten, sich intensiv um die Stadtentwicklung kümmern zu wollen, im Besonderen um den Verkehr durch Herrenberg und eine Belebung der Innen-/Altstadt. Die (fehlende) Kinderbetreuung war ein großes Thema, ebenso das Freibad und nicht zuletzt die Einbindung der Teilorte, in denen 52% der Herrenberger wohnen (lt. Sprißler).
Es heißt ja, eine Bürgermeister-Wahl wäre eine Persönlichkeitswahl. In diesem Sinne hier meine subjektiven Eindrücke vom Samstag:
Dr. Bauer (35), bekennender Anhänger konservativer, christlicher Wertevorstellungen, trat sehr selbstbewusst auf und war sicher der professionellste Redner an diesem Abend. Der Fachreferent der CDU-Bundesfraktion für Kommunalpolitik sollte meiner Meinung nach aber besser in Berlin bleiben, da steht ihm sicher eine große Karriere bevor. Eines beherrscht er nämlich jetzt schon: Mit großen Worten wenig zu sagen!
Mit einem der restlichen drei Kandidaten könnte ich sicher gut leben, wobei - für mich - Jürgen Rohleder etwas blass blieb: Grau in Grau - wie die Farben seines Werbeflyers.
Also: Thomas Sprißler oder Dr. Anja Dietze?

Herr Sprißler wirkte sehr souverän, man merkte ihm an, dass er bereits seit 12 Jahren Bürgermeister ist. Er meinte, für die Herrenberger lägen vier G'schenkle unterm Weihnachtsbaum. In einem wisse man schon, was drin sei ... - Und über den amtierenden Mötzinger Bürgermeister habe ich bislang nur Gutes gehört! Er wäre sicher eine gute Wahl!
Aber da gibt es noch Frau Dr. Dietze (38): verheiratet mit einem Südamerikaner; studierte ein Jahr in San Diego (USA), promovierte über "Oberbürgermeisterinnen in Deutschland" ("ich weiß also genau, was auf mich zukommt."), lebte ein Jahr in Johannesburg (Südafrika) und hat zwei kleine Kinder (2 und 3 Jahre alt).
Randnotiz:
Eine der häufigsten Fragen an sie, während des Wahlkampfes, lautete, wie sie denn mit zwei kleinen Kindern diesen Beruf ausüben könne? Ihre Antwort: sie führe eine "moderne Ehe", in der beide Partner fürs Geldverdienen und für die Kinder zuständig seien. Ihr Mann würde sich im Falle ihrer Wahl verstärkt um die Kinder kümmern.
Sie beendete ihre couragierte Rede mit den Worten: "Ich bin der konsequenteste Neuanfang, den Sie wählen können!"
Die Wahl ist am kommenden Sonntag, den 11. November.
Ich habe mich entschieden und werde Frau Dietze wählen.
Just schaue ich hier heute drauf und stelle fest, dass der letzte Eintrag genau…
Nadia zu: WG-Leben mit Bojana
Winter-Blog-Pause??
Nadia zu: WG-Leben mit Bojana
Sommer-Blog-Pause???
Birgit zu: Morgen geht's nach Rovinj ...
Das liegt daran, dass ich mir nen neuen Blog einrichten will ... aber auch dazu…
Manu zu: Morgen geht's nach Rovinj ...
Schön, mal wieder was Aktuelles von Dir zu lesen :-)
Ich wünsche Euch…
Sarah zu: Morgen geht's nach Rovinj ...
Hi Birgit, viel Spaß und eine gute Fahrt! Liebe Grüße Sarah
anja.h zu: Frohe Weihnachten!
Was ist das denn fuer ein Bild?
Ich seh nen Weihnachtsbaum in schwarz auf…

Vancouver (CAN)







